Der Pianist, Bandleader und Komponist Wolfgang Lauth ist gestorben

Wolfgang Lauth - Foto: RinderspacherWie viele deutsche Jazzmusiker seiner Generation wurde Wolfgang Lauth nach 1945 durch den Kontakt mit dem amerikanischen Soldatensender AFN und mit ersten Auftritten in den Clubs der US-Army zum Jazz hin sozialisiert.

Wolfgang Lauth studierte dann an der Musikhochschule in Mannheim und gründete unmittelbar danach sein erstes Quartett mit Werner Pöhlert (Gitarre), Wolfgang Wagner (Bass) und Joe Hackbarth (Schlagzeug). Er war auch der erste Hauspianist des Heidelberger Jazzclubs Cave 54. Seit Mitte der 1950er Jahre entwickelte sich Lauths Karriere auf nationaler Ebene sehr erfolgreich – 1955 und 1956 wurde er zum Jazzmusiker des Jahres gewählt. 

Seine Liebe zur klassischen Musik, speziell zum Barock, setzte er in seinem damaligen Quartett um und er führte eine größere Tournee unter dem Motto „Jazz und Alte Musik“ durch. Diese, gemeinsam mit J.E. Berendt mit 150 Auftritten durchgeführte Tour,  kumulierte in einer LP, die ausgesprochen erfolgreich war und den Preis der Deutschen Schallplattenkritik erhielt. In seinem Septett von 1957 spielten auch Albert Mangelsdorff und Joki Freund.

In den folgenden Jahren zeigte sich Lauths breites Spektrum zwischen Eigenkompositionen, der Bearbeitung populärer Schlager bis hin zu Kompositionen fürs Ballet, die er in den 1960er Jahren mit seinem Jazz-Ensemble (mit Fritz Hartschuh, Emil Mangelsdorff und Siggi Schwab)  am Nationaltheater Mannheim erfolgreich aufführte. Bei den Donaueschinger Musiktagen 1967 präsentierte Wolfgang Lauth seine Kantate „Denn Liebe ist stark wie der Tod“ .

Ende der 1960er Jahre zog sich Wolfgang Lauth vom Jazzgeschehen weitgehend zurück und widmete sich ganz seiner Tätigkeit als Komponist, wobei sein Spektrum weit gefächert blieb: Filmmusik, Hörspielmusik, Jingles…- das blieb über die Jahre seine Hauptbeschäftigung, auch wenn er seine Jazzmusikertätigkeit Ende der 1970er Jahre wieder aufnahm und er in den 1990er Jahren mit der Wiederveröffentlichung seiner frühen Aufnahmen wieder in den Fokus der Jazzszene rückte.

Wolfgang Lauths launige Lebenserinnerungen „These Foolish Things“, 1999 veröffentlicht,  sind derzeit nicht mehr erhältlich .

Foto: Manfred Rinderspacher

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