Enja: Zurück zu schwarzen Scheiben

 

Unter dem Motto "Lang lebe die Schallplatte" veröffentlicht das Münchner Label ENJA RECORDS ab November eine neue hochwertige Vinylserie.

ENJA RECORDS hat sich zu einer neuen (180 g) Vinylserie entschlossen und eröffnet diese mit einer bisher unveröffentlichten Aufnahme von Chet Baker. Die Studioaufnahme mit Chet Baker (tp, voc), Bradley Young (p), Larry Gray (b), Rusty Jones (dr) und Ed Peterson (ts) aus dem Jahr 1986 erscheint Mitte Oktober, versehen mit einem zusätzlichen Bonustrack. Die als "Fallback" zusätzlich veröffentlichte CD soll allerdings noch "umfangreicher(en) CD sein, die zum gleichen Termin veröffentlicht wird. Also einerseits eine feine Idee von Enja, andererseits aber mit schalem Beigeschmack für ernste Sammler, denen beim Griff zur schwarzen Scheibe zwar eine schönes großes Cover geboten aber Musik vorenthalten wird.

Matthias Winckelmann zur Entscheidung, künftig wieder Vinyl zu verkaufen: "Wir setzen damit auf audiophile Klangqualität. Inzwischen fühlen sich immer mehr – vor allem auch junge – HörerInnen vom diesem Trend in der Plattenindustrie angezogen. Vinyl ist wieder ‚in‘ und hat als einzige Tonträgerart Zuwächse zu verzeichnen."

Als zweite LP ist eine Neuveröffentlichung des Luxemburger Vibraphonisten Pascal Schumacher geplant, der kürzlich einen Exklusivvertrag bei ENJA RECORDS unterzeichnet hat.

 

2 Gedanken zu „Enja: Zurück zu schwarzen Scheiben

  1. Die Zeichen der Zeit erkannt, würde ich sagen. Ich greife, wenn möglich, auch bei neuen Jazzalben gern zu Vinyl. Wenn man allerdings mit Qualität und Sorgfalt wirbt, sollte man versuchen, CD und Vinyl inhaltlich gleichzubehandeln. Auch wenn es vermutlich leichter fällt, auf den Silberling einfach noch ein bisschen mehr draufzuschieben.

  2. …in den Frühzeiten der CDs gab es auch den umgekehrten Fall. Ich habe noch einen Silberling von Jethro Tulls „Living in the past“ – da versuchte man, eine Doppel-LP auf eine CD zu pressen und da hat der Platz einfach nicht für alle Titel gereicht. 🙁

    Umgekehrt war es dann bei Zappa’s „Broadway the hard way“ – da kam seinerzeit die CD mit 2 oder 3 Tracks mehr heraus.

    Wie auch immer – für hartnäckige Fans dann immer eine „schöne“ Gelegenheit gleich beides zu kaufen. Ob man das clevere Strategie oder einfach eine saublöde Veröffentlichpolitik nennen soll, sei dahingestellt.

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