„femous improvisers“ bei SWR 2

Die These aus der Rundmail der SWR 2 Jazzredaktion: „Frauen hatten und haben es nicht leicht im Jazz“, halte ich generell für hinterfragenswert und die Behauptung: „Sieht man von Sängerinnen, die als optischer Aufputz vor reinen Männerensembles agierten“ für blanken Unsinn. Starke Sängerinnen von Bessie Smith über Billie Holiday bis Ella Fitzgerald als „optischen Aufputz“ zu veunglimpfen, das ist schon starker Tobak. Dass Frauen im Jazz in den vergangenen Jahren deutlich an „Spielraum“ gewonnen haben, wird im Programmschwerpunkt von SWR 2 aber vermutlich deutlich… (fs)

 Die Original-Information von SWR 2:

„Vom 18. September bis zum 31. Oktober findet wieder der alljährliche Schwerpunkt im Programm der SWR2 Jazzredaktion statt, auf den wir Sie hiermit besonders aufmerksam machen wollen:

Frauen hatten und haben es nicht leicht im Jazz. Sieht man von Sängerinnen, die als optischer Aufputz vor reinen Männerensembles agierten, und vereinzelten Pianistinnen einmal ab, so tauchten Instrumentalistinnen erst sehr spät in der Jazzgeschichte auf. Den Ursachen dafür gehen wir sechs Wochen lang in unseren Sendungen nach, um unter Beweis zu stellen, dass "female Improvisers" ebenso "famous" sein können wie ihre männlichen Kollegen. In Portraits, Konzertmitschnitten und Gesprächen stellten die Autorinnen und Autoren der Jazzredaktion unter anderen die „Queens Of The Hammond B-3“, „Electric Ladies“, „Große Stimmen“ sowie prägende Komponistinnen, Pianistinnen, Saxophonistinnen und Musikerinnenkollektive vor. Detaillierte Informationen zu unserem Programm finden sie auf http://swr2.de/jazz.“

2 Gedanken zu „„femous improvisers“ bei SWR 2

  1. Ja, und man schaue sich erst mal an welche tollen Beispiele dort in der Sendung geboten sind: Große Jazzerinnen die den Höhepunkt ihrer Karriere schon vor zwei Generationen gehabt hatten … und selbstverständllich dann die Sendung über "große Stimmen", wahrscheinlich  mit Ella und Doris Day, denn der Jazz  hat ja auch damals seine beste Zeit gehabt und für viele sowieso schon aber spätestens 1964 aufgehört. Scheinbar auch für die SWR Redaktion  đŸ™‚

  2. Ganz so schlimm ist es nicht, wenn man in den Untiefen der Programmplanung wühlt, dann stößt man beispielsweise auch auf den 27. Oktober. Das spricht Julia Neupert in Jazz Now  mit Lauren Newton und am folgenden Tag stellt Gerd Filtgen Sängerinen "abseits des Mainstreams" vor, u.a. mit Annette Peacock, Linda Sharrock und Patricia Barber. 

    Generell gibt's vom SWR ein engagiertes Jazzprogramm, auch wenn es etwas mit den Redakteuren gealtert ist – so what – das passt zum generellen Alterungsprozess der Jazzszene ;-).

    Aber selbst das stimmt ja nur zum Teil, wenn ich mich recht ans durchaus jugendliche Publikum erinnere, dass bei der Jazz Session gestern vor der Alten Feuerwachen in Mannheim "herumlungerte" 😉

    Trotzdem bleibt's dabei: ein fragwürdiger Aufhänger für die Reihe…

    Grüße
    Frank

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