Hommage an Hans Reichel am 21.09.2012 in Wuppertal

"HOMAGE TO HANS REICHEL"

Freitag, 21. September 2012
Cafe Ada, Wiesenstraße 6, 42105 Wuppertal
20.00 Uhr, Eintritt: 15 Euro

Am 22. November letzten Jahres verstarb Hans Reichel im Alter von 62 Jahren. Er war eine der kreativsten Gestalten der Improvisierten Musik und ein erfolgreicher Schriftdesigner. Vor allem mit der Erfindung und meisterlichen Beherrschung des Daxophons hat er Geschichte geschrieben.

Das Daxophon ist, vereinfacht gesagt, ein auf einem dreibeinigen Stativ (welches sich aus langjährigen Experimenten entwickelte) an seinem Ende festgeklemmtes Holzbrettchen. Unter dem Brett sitzt ein Resonanzkästchen mit Kontaktmikrophonen. Mehr als die Hälfte des Brettchens ist freischwebend und wird mittels Geigenbogen in Schwingungen versetzt.

Klangfarbe und Tonhöhe werden mithilfe eines flachen Holzkeil (Dax) variiert. Das Daxophon gehört zur Familie der Idiophone. Zur Musik: Es ist schier unglaublich welches Klangspektrum einem das Daxophon offenbart. Vom Falsett bis zu den Tiefen eines Kontrabasses. Wo andere ein Arsenal an Keyboards und Software benötigen, genügen hier kleine Brettchen aus verschiedenen Hölzern und in unterschiedlichsten Formen.

Nach dem Selbststudium der Violine spielte Reichel ab dem 15. Lebensjahr zunächst in Rockbands, bevor er sein Designstudium absolvierte. Anfang der Siebzigerjahre erschienen seine ersten Soloaufnahmen für Gitarre. Dabei beschäftigte er sich von Anfang an nicht nur mit unkonventionellen, und noch nicht gehörten, Spieltechniken, sondern entwickelte und baute sogenannte Third-Bridge-Gitarren. Tonabnehmer brachte  er an Stellen an, wo sie eigentlich nicht hingehören; statt einem Hals hatten viele Gitarren auch zwei Hälse. Durch die wechselseitige Wirkung von Klangforschung und musikalischer Ausführung verfügte Hans Reichel über ein enormes Potential an eigenen langmöglichkeiten. „Er hat die von der Gitarre bestehende Vorstellung nicht nur um neue Konstruktionen und Spieltechniken, sondern vor allem um neue Klangdimensionen bereichert", so der Musikjournalist Bert Noglik.

Als Schriftdesigner entwickelte Reichel mehrere Schriftfamilien (Barmeno, FF Dax , FF Daxline, FF Sari, FF Schmalhans, FF Routes), die zum Teil eine weite Verbreitung im Grafikdesign und Desktoppublishing erfuhren.

Hans Reichel erhielt 1998 den Kunstpreis der Stadtsparkasse Wuppertal. „Als Improvisator und Komponist, als Solomusiker und im Ensemblespiel bewegt sich Reichel in den Grenzbereichen zwischen herkömmliche musikalischen Genres und zeitgenössischer Musik, wobei er bisher unvorstellbare und unbekannte Klangdimensionen erschließt." (Jazz Live).

Ihm zu Ehren treffen sich Freunde und Weggefährten und spielen an diesem Abend im Wuppertaler Café ADA in Erinnerung an einen großen Wuppertaler Künstler.

Folgende Musiker werden mitwirken:

Kazuhisa Uchihashi / Daxophon / Gitarre
Paul Lovens / Schlagzeug
Rüdiger Carl / Saxophon / Akkordeon
Sven-Ake Johansson / Schlagzeug
Hans Koch / Saxophon / Klarinette
Wädi Gysi / Gitarre / Gesang
Carlos Zingaro / Geige
Ganesh Anandan / Perkussion
Harro Eller / Daxophon / Kontrabass
Werner Dickel plus drei / Streichquartett
Jan Kazda / E-Bass
Eckhard Koltermann / Saxophon / Klarinette
Mitch Heinrich / Gesang
Gunda Gottschalk / Geige
Wolfgang Schmidtke / Saxophon / Klarinette

Veranstaltungsseite bei facebook

 

Außerdem läuft in der Zeit vom 20. September bis zum 23. November 2012

in der Stadtsparkasse Wuppertal, Islandufer 15, die Ausstellung: Hans Reichel und Maurycy, im Atelier Maurycy Lozinski und Hans Reichel 2011

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