Lee Konitz - Fotografie Frank Schindelbeck photo image

Es war ein denkwürdiges Konzert, das der 81-jährige Lee Konitzt mit dem Trio Minsarah in der Alten Feuerwache gegeben hat. Etwa ein Drittel weniger Zuhörer als beim Geburtstagskonzert im vergangenen Jahr begaben sich nach Mannheim um dieses Quartett zu hören. Vielleicht ging es manchen so wie mir, dass der musikalisch nicht sonderlich beeindruckende Bigband-Kontext im Jahr 2007 das diesjährige Konzert in die "Kann"-Kategorie hat abrutschen lassen. Die Nicht-Anwesenden haben allerdings etwas verpasst.

Die Quartett-Besetzung, zumal mit dem feinnervigen Minsarah-Trio im Rücken, ließ Konitz zu hoher Form auflaufen. Ein Konitz wie in seinen besten Zeiten, mit glasklar in den Raum geschobenen Phrasen, unaufgeregt, unprätentiös, kühl und trotzdem immer leise swingend. In der nicht kleinen Halle der Alten Feuerwache in Mannheim spielte die Band unverstärkt – in dieser Besetzung hatte ich dort so etwas bisher noch nie gehört. Wie wohltuend dieses Konzert zu hören, bei dem Lautstärke nicht ein mitbestimmendes Element der Performance war. Keine Kapriolen, stattdessen federleichte Phrasen, ein intuitives Zusammenspiel, das auch einmal Mini-Missverständnisse mit Humor auflöste.

Konitz hatte zu Beginn des Konzerts angekündigt, einfach ein paar schöne Standards zu spielen. Das hat er getan, mit höchster Meisterschafft, das Publikum forderte und bekam drei Zugaben.