
Das war schon sehr amerikanisch. Durchaus im guten Sinne: Eine dem Publikum zugewandte Formation, leger gekleidet, mit vielen Ansagen und direkter Ansprache des Publikums. Und immer wieder mit kleinen Showeffekten die zwanglos ins Programm eingebaut wurden. Seien es Kämpfe mit imaginären Mücken, die mit Streicherbögen ausgefechtet wurden oder aber auch gekonnt choreographierte Noten-Umschlagaktionen, die das Publikum zum Kichern brachten. Es sind schon ausgebuffte Showprofis, die im Mittelschiff der Gedächtniskirche in Speyer zugange sind – kein Wunder, schließlich hat das Kronos Quartet jahrzehntelang Erfahrung auf Bühnen in aller Welt gemacht und sich mittlerweile rund eine Million (!) Live-Zuhörer erspielt.
So wirken die vier Herren auch außerordentlich routiniert, ja fast schon abgeklärt in ihrer Präzision und technischen Perfektion. Trotzdem sprüht die Spielfreude geradezu vovn der Bühne und die Begeisterung der Musiker für ihr Repertoire zieht sich durch jede Sekunde dieses Konzerts. Und dieses Repertoire ist weit gefächert: Vom in einzelne Phrasen zerlegen Monkschen ‘Round Midnight, das mit zeitgeistigen Drum- und Soundcomputer -Tupfen unterlegt wurde, bis hin zu moderner Klassik, speziell für das Quartett komponiert. Vielfältig, Stilgrenzen fröhlich überspringend, musikalisch perfekt – was will man mehr für einen Festivalauftakt?

Veranstalterin Yvonne Moissl dürfte jedenfalls zufrieden gewesen sein. Palatia Jazz findet noch bis in den August hinein mit weiteren 14 Konzerten an verschiedenen (schönen!) Veranstaltungsorten in der Pfalz statt. Das Programm findet sich auf der website www.palatiajazz.de.
Eine Galerie mit Fotos des Kronos Quartet Konzertes findet sich im Photo Blog.
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