Jazz muss gesund sein. Anders kann man es kaum erklären, wie vital und spielfreudig der 81-jährige Rolf Kühn mit seinem TRIO-O (mit Ronny Graupe, gt / Johannes Fink, b / Christian Lillinger, dr) im ausverkauften Karlstorbahnhof Heidelberg im Rahmen des Enjoy Jazz Festivals spielte. Seine Mitmusiker, rund 30 bis 40 Jahre jünger, spielten wie aufgedreht – speziell Christian Lillinger machte sich als "hyperactive kid" über sein Schlagzeug her, dass es eine Pracht war – und es spricht für sich, dass Kühn eben nicht der Vorzeige-Klarinetten-Opa für ein junges Trio war, sondern das Mitglied eines Quartetts, in dem vier herausragende Musiker ein mit- und hinreissendes Konzert spielten. Dass diese Band zu einem Zeitpunkt erst eine Pause machte, bei der mancher "Top-Act" sich schon endgültig aus dem Staub gemacht hätte, sei nur am Rande erwähnt. Solange die "Alten Säcke" und "Jungen Hüpfer" eine derart dynamische, vom Bop getränkte und ins Freie drängende Jazz-Musik spielen, solange muss man sich um den Jazz keine Sorgen machen. Da riecht nichts merkwürdig, Herr Zappa…

Rolf Kühn

Rolf Kühn und Johannes Fink

Ronny Graupe

Christian Lillinger















(Urheberrecht alle Photos: Frank Schindelbeck)
Pingback: Heidelberg Blogger » Blog Archiv » Christian Lillinger, Schlagzeuger