Jazzgeschenke in letzter Minute

Langsam wird es eng, mit der Jahresendweihnachtsgeschenkbeschaffung. Im Jazzforum schlägt schon einmal einmal eine Frage auf, à la „Mein Schwiegervater hört gern Jazz, was soll ich schenken?“ Vielleicht am besten eine Krawatte mit ganz viel Saxophonen drauf (es gibt unglaublich viele, noch unglaublicher hässliche – selber googlen macht schlau 😉 . Irgendwelche Musik mag man in solchem Fall nicht leichten Herzens empfehlen.

Immer praktisch ist ein Kalender (wie beispielsweise der meines Freundes Klaus Mümpfer) oder ein nettes Buch. „Jazz-Standards“ von Hans-Jürgen Schaal empfehle ich gern. Ein richtig dickes Werk von annähernd 600 Seiten und schon vor fast 10 Jahren herausgekommen. Kein Buch, das man am Stück durchliest aber eines, das man immer mal wieder gern in die Hand nimmt um schnell ein Häppchen Jazzwissen aufzusaugen oder aufzufrischen. Außerdem fand ich es immer cool, dass zwischen Ellington, Miles und Getz auch Jenny Evans aufs Cover des Einbands geschmuggelt wurde.

Praktisch, weil nachhaltig-regelmäßig an den großzügigen Schenker erinnernd, wäre auch das Abonnement einer Jazz-Zeitschrift. Jazzthing (hip und up-to-date), Jazzthetik (feingeistig) oder das Jazzpodium (solide) – je nach Gusto oder alle drei zusammen um sich ganz unabhängig „the old way“ an jedem Ort, ganz ohne Onlinedruck dem Lieblingsthema widmen zu können.

 

…und was ist gerade noch im Briefkasten gelandet? Musik, Post von TC Debus. Der Bassist (Mitspieler beispielsweise beim Alexandra Lehmler Quintett und Netnartsinim) schickt mir die ultimative Weihnachts-CD. „The Jimi Hering Experience“ hat die ultimativ schräg-trashig-funky-punky-jazzy Weihnachts-CD aufgenommen: „Weihnachtslieder und festliche Musik zur Heiligen Nacht“. Mit Hering Cerin (Blassportgruppe), Standschlagzeug, Dr. Beutelsbacher an der Gitarre und „Rjiner aka The Electric Single Kid“, Gesang, wird hier gnadenlos dem deutschen Weihnachtsliederkanon Gewalt angetan, zumindest ein wenig. Sollte man haben –  Xmas 2010 – ohne die Jimi Hering Experience: es fehlte was. Wie man dran kommt, tja das ist nicht ganz so klar aber über die Website von TC sollte das möglich sein. Sicher auch bei Hering Cerin direkt. Der dürfte über die Website der Blassportgruppe erreichbar sein (deren aktuelle CD „Steil“ wäre dann auch schon der nächste Geschenk-Tipp…)

Empfehlen mag ich musikalisch natürlich sowieso alles aus dem Hause fixcel records (Ditzner, Lömsch, Alexandra, Vanecek & Co.) aber auch die CD meines Jazzology Studiogastes vom 20.12.  Gary Fuhrmann ist ab 21 Uhr im Studio (wenn das Wetter mitspielt). Die CD seines Quintetts: „L’existentialiste“ wird er dabei haben und damit besteht die praktische Möglichkeit, sich vorab ein Hörbild des Werkes zu machen. Auch per Live-Stream über die Website des Freien Radios Rhein-Neckar, bermuda.funk zu empfangen!

PS: Mal abgesehen vom dezenten Hinweis auf fixcel, sind die Empfehlungen ganz ohne kommerziellen Hintergrund – sprich: an eventuellen Verkäufen verdient der Jazzblogger nichts.

Wer weitere oder andere Empfehlungen hat, der möge diese gern in den Kommentaren ergänzen!

 

[Ergänzung]

Nachdem ich gesehen, dass in diesem Beitrag die ersten Googler mit „Jazz CD Geschenk“ aufschlagen, möchte ich kurz meine Vorschläge für die Jazz CDs des Jahres für die  Seite der Jazz Journalist Association hierher kopieren:

 

Nils Wogram’s Root 70 – Listen To Your Woman (nWog records)

Peter Fulda – 8 Rituals (konnex)

Lee Konitz New Quartet – Live At The Village Vanguard (enja)

Mary Halvorson – Saturn Sings (firehouse 12 records)

Fossile 3 – Chomics (konnex)

BLEU – Strong Relation (Jazz’n’Arts)

Julien Lourau – Quartet Saigon (naive)

Dawn of Midi – First (Accretions)

OIR Trio – Kanata (Not Two)

Sylvie Courvoisier / Mark Feldman Quartet – To Fly To Steal (Intakt)

 

Schreibe einen Kommentar