Jazzsplitter 090607

 

Europawahl (Entscheidungshilfe: Wahlomat) ist heute, der Jazzblogger ist aus seinem Urlaub zurück, am Montag gibt es wieder Live-Jazzology und auch sonst geht das Leben geht seinen gewohnten Gang…

 

 

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Ganz aktueller Konzert-Tipp:  Lee Shaw im Jazzinstitut Darmstadt am 7.6.09
 

Lee Shaw (Pressefoto)

Am Sonntag kommt mit der Pianistin Lee Shaw eine 82jährige Jazzentdeckung nach Darmstadt. Auf Einladung der Bessunger Knabenschule stellt die 1926 in Oklahoma geborene Pianistin Lee Shaw am Steinway des Jazzinstituts (Bessunger Straße 88d) ihr Trio vor, mit dem sie seit 2001 regelmäßig tourt. Die Pianistin aus Albany, New York, spielte in den späten 1950er Jahren als Pausenpianistin im Chicagoer Club Mr. Kelly’s, wo zwischen den Pausen Sängerinnen wie Ella Fitzgerald und Billie Holiday und viele andere namhafte Jazzmusiker zu hören waren. Sie nahm Unterricht bei Oscar Peterson und trat bald selbst mit ihrem Trio in namhaften New Yorker Clubs auf, dem Village Vanguard, dem Birdland oder dem Embers. Erst 1983 veröffentlichte sie ihr erstes Album unter eigenem Namen. Lee Shaws Spiel ist in der Tradition Art Tatums und Oscar Petersons verhaftet, aber zugleich beeinflusst vom Spiel Bill Evans‘, Joanne Brackeens und Marian McPartlands. Ihre neueste CD wurde vom amerikanischen Down Beat hoch gelobt. Zwischen den Sets wird sie in einem JazzTalk mit Wolfram Knauer von ihren Erfahrungen und Erlebnissen in der Jazzwelt berichten. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr.

 

(Eine Veranstaltung der Bessunger Knabenschule in Zusammenarbeit mit dem Jazzinstitut)

Eintritt: 12 Euro; ermäßigt: 10 Euro

 

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Label no Label

Christian Eckert und Steffen Weber haben ein neues Projekt ins Leben gerufen: Ein Fair Trade Label namens Stonegun. "Noch ein Label???" fragt Eckert in der Pressemeldung, zurecht mit gleich drei Fragezeichen versehen. Als gäbe es nicht schon genug davon ­čśë


Christian Eckert (Pressefoto)

Tatsächlich versteht sich das neue Projekte aber eher als eine Plattform für Kunst, improvisierte Musik und Lebensphilosophie. Die Philosophie haben Projekte wie "Artistshare" und andere vorgegeben und das Internet bietet die technische Grundlage. Selbstvermarktung und den zumindest potentiellen interaktiven Austausch zwischen Künstlern und Publikum. Ob das (schließlich sind wir Konsumenten faul) nicht doch zur Einbahnstraße wird, wie interaktiv also tatsächlich der Austausch stattfindet, wird sich zeigen, wenn das zarte Projektpflänzchen gewachsen ist. Bis jetzt sind es kleine, zarte Pflänzchen, die auf der Website von Stonegun zu entdecken sind – ein Beginn, wie Christian Eckert sagt, mit der Möglichkeit Musik anzuhören, kurze Clips anzuhören und downzuloaden, Noten zu entdecken. Work in Progress, mit dem Anspruch musikalische Arbeiten "als Kunstform weiterzugeben und nicht als Produkt."

Dem lockeren Ansatz des Gesamtkonzepts entspricht der Gedanke, für CDs und Downloads keinen festen Preis zu verlangen, sondern es den Hörern und Besuchern zu überlassen, was sie für die Musik zahlen können und wollen. Ob dieses Konzept aufgeht und ob es nicht schon zu schön und kompliziert ist, wir sich zeigen.
 
http://www.stonegun.de

 

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Woodstock Vibes beim Deutschen Jazzfestival

Das Deutsche Jazzfestival findet in diesem Jahr zum 40. mal statt und vor 40 Jahren traf sich in Woodstock die damalige Creme der hippiebewegten Folk-, Rock und Bluesmusik in Bethel im Staate New York zum Music And Art Festival –  “3 Days of Peace & Music“.

Die Frankfurter Festivalmacher lassen sich inspirieren: Ein Hendrix-Projekt mit dem erweiterten World Saxophone Quartet wird zu hören sein, das französische Trio Flower Power widmet sich generell den musikalischen Vibrationen der 1960er Jahre und die hr-Bigband sortiert mit dem Gastsolisten David Sanborn und dem Arrangeuer Philip Mossman die Musik von Carlos Santana neu. Fehlt – mir – eigentlich nur noch ein Projekt, dass die endlosen Gitarrenimprovisationen der Grateful Dead ins aktuelle Jahrtausend und ins Jazzumfeld katapultierte (ja, ja David Murray hat der dergleichen schon versucht…) – aber ich bin guter Dinge, dass in den kommenden Jahren die hr-Bigband noch dergleichen packt ­čśë

Außer Flower-Power steht noch anderes auf dem Programm, Feines wie das Joe Lovano Nonet, Liebman-Eskelin-Black und ein Trio mit Anthony Braxton…

Lest selbst:

Die kompletten Daten zum Festival:

40. Deutsches Jazzfestival Frankfurt 2009 (29.10.-01.11.)

29.10.: Karma Jazz Group // Out of the Desert – hr-Bigband feat.
Joachim Kühn, Majid Bekkas & Ramon Lopez // Joe Lovano Nonet: Birth of
The Cool And More // 30.10.: David Liebman – Ellery Eskelin Quartet
feat. Jim Black // Kasper Ewalds Exorbitantes Kabinett // Anthony
Braxton Diamond Curtain Wall Trio // 31.10. WOODSTOCK-VIBES: Aldo
Romano’s Flower Power Trio // World Saxophone Quartet Experience – The
Music of Jimi Hendrix // Spirits Dancing – hr-Bigband feat. David
Sanborn play The Music of Carlos Santana // Fade Out – Aftershow-Party:
Mojo Club DJ Set w/ Original Jazz Rocker Oliver Korthals; Michael
Schiefel Solo Vocals // 01.11. Kinderkonzert: Wer rettet die Prinzessin?
– Die Computer Band im Super-Mario-Land //

hr-Sendesaal Frankfurt am Main
www.jazzfestival.hr-online.de (<- Aktuelle Daten 2009 dort erst ab Anfang Juli!)

1 Gedanke zu „Jazzsplitter 090607

  1. >>Ganz aktueller Konzert-Tipp: Lee Shaw im Jazzinstitut Darmstadt am 7.6.09

    Danke Frank f├╝r den Tipp. Habe mich letzten Sonntag spontan und kurzfristig auf den Weg nach Darmstadt gemacht. Ein wahrhaft ergreifender Abend f├╝r Publikum und Musiker.

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