Jazztage Dresden vor dem Aus?

…zumindest ist der Hilferuf eindeutig, er ist im Zitat unten zu lesen. Finanzielle Kahlschläge beginnen immer erst einmal an den Rändern. Die "Rand-Kultur" Jazz ist damit in besonderer Gefahr. Umso wichtiger für uns alle, die wir den Jazz lieben, den Anfängen deutlich entgegen zu treten….

 

 

"Liebe Freunde der Jazztage Dresden, von Klazz Brothers & Cuba Percussion, David Gazarov und befreundeten Künstlern,

Sehr geehrte Damen und Herren!

Gerne möchten wir uns bei Ihnen, verehrtes Publikum, und allen Partnern, Sponsoren, Musikern, Förderern, Helfern, Technikern, Freunden, Kooperationspartnern, Familien & Fans herzlich für die Treue und Hilfe während der 10 Jahre Jazztage Dresden bedanken und zugleich um Hilfe bitten.

Mit einem 3 ½-stündigen Jubiläumskonzert von Klazz Brothers & Cuba Percussion und vielen musikalischen Gästen sind die Jazztage Dresden 2010 feierlich zu Ende gegangen.

Die Zukunft der Jazztage Dresden aber ist vollkommen offen!

Über 350 Künstler aus rund 25 Nationen spielten an 22 Spielstätten über 50 Konzerte und Artist Sessions vor rund 13.000 Besuchern.

Obwohl 5 Tage kürzer als in den letzten beiden Jahren, war der Jubiläumsjahrgang mit vielen ausverkauften (Cristin Claas, Renaud Garcia-Fons, Al di Meola, Cadence, Wallace Roney, Hotel Bossa Nova, Living Room, Marion Fiedler, Quadro Nuevo, Peter Fessler, Jazzpack Dresden, Wildes Holz) aber auch einigen weniger gut besuchten Konzerten das bestbesuchte Jahr. Obwohl wir 2010 aus der finanziellen Not heraus das Werbebudget um 75 % kürzen mussten haben wir in 9 Tagen (nach je 16 Tage in 2008 und 2009) 1.000 Besucher mehr als im vergangenen Jahr gewinnen können. Das freut uns natürlich ganz besonders, zeigt es doch, dass sich das Festival inzwischen etabliert hat! Im tourismusarmen November besuchten rund 2.500 Besucher von außerhalb Sachsens die Jazztage Dresden.

 

Hinter den Kulissen sieht es allerdings seit Jahren ganz anders aus.

Die Jazztage Dresden haben 2010 von der Stadt Dresden eine Gesamtförderung in Höhe von 1.500 € bekommen. Die Jazztage waren nur finanzierbar, weil wir nicht nur auf jeglichen Lohn für unsere Arbeit verzichtet haben, sondern darüber hinaus auch noch unser als Musiker verdientes Geld in die Jazztage gesteckt hatten und zuletzt sogar noch Hypotheken auf das Haus aufgenommen haben. Wir haben in den letzten Jahren immer wieder auf eine im Vergleich zu anderen Festivals adäquate und faire Förderung durch die Stadt Dresden gehofft.

Einen Hoffnungsschimmer gab es 2009, als die Stadt Dresden eine City-Light-Kampagne für die Jazztage zur Verfügung stellte, um die einmalig gewährte Bundesförderung der Initiative für Musik, die die Jazztage Dresden als einziges Jazzfestival Deutschlands 2009 strukturell gefördert haben, zu ermöglichen.

Der Förderantrag auf institutionelle Förderung (beantragt 100.000 €) wurde daraufhin allerdings wiederum mit 0 € beschieden. Die minimalen 1.500 € für 2010 wurden in der Förderrunde für das 2. Halbjahr projektbezogen für das Kinderkonzert und ein Big Band Konzert bewilligt.

Sollte der Förderantrag für 2011 (Entscheidung Dezember 2010!) wieder nicht bewilligt werden, wird es das Festival Jazztage Dresden 2011 nicht mehr geben.

Wir werden versuchen, wenige einzelne „Jazztage“ über das Jahr verstreut zu veranstalten und freuen uns auf die Reihe „Jazz im Himmel“ im BrockmannundKnoedler Salon sowie die ENSO-JAZZ-TOUR im Dresdner Umland.

Gerne würden wir die Jazztage Dresden weiterführen, haben aber ohne Unterstützung durch die Stadt privat keine Kraft und kein Geld dafür mehr zur Verfügung.

Die Zukunft des Festivals liegt nun in den Händen der Stadt Dresden.

Bitte überzeugen Sie die verantwortlichen Entscheidungsträger der Stadt Dresden von der Notwendigkeit und Einzigartigkeit der Jazztage Dresden.

Es gibt durchaus auch teilweise eine Bereitschaft zur Unterstützung in der Stadt und es ist uns auch klar, dass dies in Zeiten knapper Kassen eine schwierige Situation ist. Wir wünschen uns trotzdem eine faire Behandlung der Jazztage Dresden im Vergleich zu anderen Festivals. Allerdings brauchen auch die Politiker für Entscheidungen zu Gunsten der Jazztage den Rückhalt der Besucher.

Schreiben Sie den Verantwortlichen! Schreiben Sie positive Erlebnisse, Vergleichszahlen mit anderen Festivals oder was auch immer Sie empfinden und kundtun möchten.
 

Mit jazzigen Grüssen und vielen Dank für Ihre Zeit und Mithilfe!

 

Kilian Forster & Tanja Grandmontagne-Forster

Hier sind die offiziell im Internet stehenden E-mail-Adressen. Die Adressen sind jeweils hinter den Namen verlinkt.

 

Helma Orosz, Oberbürgermeisterin oberbuergermeisterin@dresden.de
Dr. Ralf Lunau, Bürgermeister, Beigeordneter für Kultur, geschaeftsbereich-kultur@dresden.d
Manfred Wiemer Amt für Kultur und Denkmalschutz Amtsleiter, kultur-denkmalschutz@dresden.de
Dr. David Klein Amt für Kultur und Denkmalschutz, Abteilung Musik und Kommunikation dklein@dresden.de

 

Mitglieder Kulturausschuss Stadt Dresden:

Stefan Zinkler, CDU zinkler@dresden-cdu.de
Dr. Georg Böhme-Korn, , CDU boehmekorn@dresden-cdu.de
Barbara Lässig, FDP b.laessig@laessig-werbung.de
Wilm Heinrich, SPD wilm.heinrich@spd-fraktion-dresden.de
Jan Kaboth, Bürgerfraktion Dresden jankaboth@hotmail.com
Christiane Filius-Jehne, Grüne, filius-jehne@gruene-fraktion-dd.de
Annekatrin Klepsch, Die Linke annekatrin-klepsch@dielinke-dresden.de

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