Keith Jarret & Fotografen – Umbria Jazz Festival

 

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Der wohl meist-überschätzte Jazz-Pianist der Gegenwart hat sich in diesem netten Clip als rüpelhafter Fotografen-Feind geoutet. Mir ist es bis jetzt einmal passiert – Asche auf mein Haupt – daß ich von der Bühne herunter wegen Fotografiererei getadelt wurde. Leider auch noch von einem hochgeschätzten Musiker: Don Pullen, der sich darüber beschwerte, daß ich mit Blitz fotografierte.

Das hat er allerdings in einem noch sehr freundlichen Ton getan und ein Effekt war, daß ich fast nie wieder in Konzerten ein Blitzgerät benutzt habe. Man ist ja lernfähig. Im damaligen Konzert, beim Jazzclub in Karlsruhe im Jubez, war das Licht allerdings so bescheiden, daß die Wahl nur zwischen Blitz und "kein Foto" bestand. Und ohne Blitz hätte ich kein einziges Foto von George Adams…

Ich kann verstehen, daß Fotografen Musiker manchmal nerven aber man kann es auf andere Weise artikulieren oder vernünftige Absprachen treffen, wie z.B. die Fotomöglichkeit im Verlauf der ersten beiden Stücke oder in den ersten 15 Minuten eines Konzertes – wenn es denn sein muss. Im Pop-Bereich drehen Künstler bzw. Manager mittlerweile ab und verlangen von Fotografen die Unterschrift unter Knebelverträge, die nur extrem restriktives Fotografieren erlauben und zudem versuchen, möglichst komplett über die Resultate der Fotografen zu verfügen. Glücklicherweise gibt es hier mittlerweile deutlichen Widerstand, unter anderem auch über den Deutschen Journalistenverband (der auch für Fotografen zuständig ist), was gelegentlich zum Boykott von Bildberichterstattung führt.

Im Jazz-Bereich sind die Verhältnisse glücklicherweise noch nicht so übel aber wenn Jazz-Diven wie Jarret Schule machen: Gute Nacht!

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