Lange Nacht der Musen im Jazz-Institut Darmstadt

 

Beim flüchtigen Überfliegen der Überschrift las ich natürlich erst einmal „lange Nacht der Museen“, denn die gibt es seit geraumer Zeit auch im allerkleinsten Kaff, welches etwas halbwegs museumsähnliches aufzuweisen hat.

Die Metropolregion Rhein-Neckar war bezüglich der Entwicklung der „Langen Nacht der Museen“ ganz vorne dabei und somit hat sich diese Veranstaltung um Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen mittlerweile zum veritablen Massenhappening entwickelt. Und natürlich werden Erfolgskonzepte sofort kopiert und variiert:

Die letzte Merkwürdigkeit dieser Art, die mir in’s Auge fiel, ist die „Lange Nacht der Azubis“. Dabei geht es wohl um die Zusammenführung von Ausbildern und Ausbildungswilligen – wenn es denn hilft, ist es ja gut. Ich warte derweilen auf die „Lange Nacht der ledigen Mütter mit nervigen Kleinkindern“ oder die „Lange Nacht der vereinigten Politessen und Politeure der Metropolregion Rhein-Neckar“…

Aber genug der abschweifigen Einleitung. In Darmstadt gibt es am 21.9. die „Lange Nacht der Musen“ und einmal abgesehen vom ausgelutschen Namen der Veranstaltung wartet natürlich nur Schönes und Gutes auf die Besucher der Jazzinstituts in Darmstadt von 20 Uhr bis etwa 1 Uhr in der Nacht.

Rober Nippoldt stellt sein Buch „Jazz im New York der Wilden Zwanziger“ vor (ach ja, New York…spätestens wenn der Freedom Tower endlich steht, geht die Reise los….) und wird das Werk auch gern  signieren. Ich hatte an anderer Stelle schon auf dieses schöne Buch hingewiesen.

Im Jazz-Insitut werden derweil im Laufe der Nacht Stummfilme präsentiert. Drei Stummfilmklassiker werden vom Wiesbadener Pianisten Uwe Oberg – Hessischer Jazzpreisträger 2007 – live auf dem Flügel begleitet.

Die „Roaring Twenties“ starten auf der Leinwand im Gewölbekeller mit der filmischen Collage „Manhatta“ von 1921. Der Film war eine Kooperation des Malers Charles Sheeler und des Fotografen Paul Strand und entstand nach Motiven des amerikanischen Schriftstellers Walt Whitman, mit atmosphärischen Szenen aus dem New York der 1920er Jahre.

Im Anschluss folgen Buster Keatons herrlich komischer Kurzfilm „Playhouse“, in dem sich ein Bühnenarbeiter zum großen Bühnenstar träumt sowie der 1928 entstandene deutsche  „Actionthriller“ „Polizeibericht: Überfall“ von Ernö Metzner, der aufgrund seiner vorgeblich „sinnfreien Gewaltdarstellungen“ von der damaligen Zensur verboten wurde, heute aber vor allem durch seine bahnbrechende Schnitttechnik und seine überaus modern wirkenden Effekte unter Cineasten Kultstatus genießt.

Zwischen den jeweils insgesamt etwa 45 minütigen Filmblöcken bieten die Mitarbeiter Jazzinstituts bei Führungen durch die Räumlichkeiten des Kavaliershauses Einblicke in die einmaligen Sammlungen des größten öffentlichen Jazzarchivs Europas.

Und das befindet sich im Jazzinstitut, Bessunger Strasse 88d, Darmstadt, also zentral zwischen Neckarsteinach, Heidelberg und Frankfurt.

 

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