Lyambiko – Saffronia

Viel weiter können die Meinungen zu Lyambikos Stimme kaum
auseinander klaffen. "Atemberaubende Stimme" (Jazzthetik, angeblich –
Brigitte, ziemlich sicher) oder eine Frau, ständig "…an ihre(n) stimmlichen
Grenzen, sie nölt, presst und verkrampft", wie Reinhard Köchl zu hören
meint.

Offenbar ist es müßig über die gesanglichen Qualitäten zu streiten,
was dem einen eine nölen und pressen ist, das ist dem anderen eben
die besondere Note und der individuelle Ausdruck. Auch eine Billie Holiday
oder eine Nina Simone hatten ihre ganz eigenen Stimmen, die dem
einen reiner Engelsgesangs sind, dem anderen als eher unbeholfenes
Krächzen im Gehörgang klinge(l)n.

Erfolg haben Lyambiko und ihre Band, wenn auch in einem speziellen
Bereich der Zuhörerschaft, der eben eher auf leicht konsumierbaren
Jazz gepolt ist. Daran ist nichts wirklich schlechtes und diese Hörer
werden mit der aktuellen Scheibe von Lyambiko sehr glücklich sein.

Eine exzellent aufgenommene und auch schön präsentierte Produktion,
wie man sie aus dem Hause eines Major Labels nach wie vor
glücklicherweise erwarten kann.

Lyambiko widmet sich auf diese CD den Kompositionen ihres
Vorbilds Nina Simone.

Und nun der klitzeleine Haken. Ich kann beim besten Willen nicht
erkennen, warum man diese CD hören sollte – wenn man
stattdessen die Originale von Nina Simone hören kann.

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