Musik und Tanz im „Trockenbad“

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Thomas Siffling, Trompeter, Fotografie: Frank Schindelbeck

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Von 6.-10. Juni spielt sich im Alten Hallenbad in Heidelberg Bergheim ein spannendes Crossover Projekt ab: Der Trompeter Thomas Siffling, Tänzer des Unterwegstheaters und „electronic musicians“ werden im seit langem trockengelegten Jugendstil-Bad in Heidelberg Bergheim eine Live-Performance mit dem Titel „Pool 45“ präsentieren.

Ein Kurz-Interview mit Thomas Siffling.

fs: Tanztheater und Thomas Siffling: Ist das der letzte Schritt zur Hochkultur?

ts: Ja klar 🙂 Nein Spass beiseite. Es ist sicherlich eines meiner ernsthaftesten Projekte momentan. Die Idee Musik mit Tanz zu kombinieren hatte ich schon lange und dass es jetzt mit dem Unterwegstheater klappt freut mich umso mehr.

fs: Um was geht es bei dem Projekt? Kannst du uns kurz beschreiben, was sich abspielen wird? Woher kommt der Name „Pool 45“?

Es ist die Kombination aus frei improvisierter elektronischer Musik, einer Tanz Performance und Licht-Installationen. Wir erzeugen Stimmungen sowohl visuell als auch auditiv.
Der Name kommt vom Veranstaltungsort: Bergheimer Straße 45 und „Pool“ weil wir ja in den alten Bädern spielen. Der Hauptact findet im Herrenbad statt aber es gibt auch Szenen im Dampfbad (passt zu meiner Trio Platte) und im Frauenbad bzw. im Wartesaal.

fs: Wie kam es zu der Zusammenarbeit? Was reizt dich gerade an einer Kollaboration mit Tänzern?

ts: Die Zusammenarbeit kam in Toronto zustande. Ich war letztes Jahr mit meinem Trio zur Kulturwoche des Landes Baden-Württemberg eingeladen und das Unterwegstheater auch. So haben wir uns kennen gelernt. Ich habe mir eine Show angeschaut und war sofort begeistert. Die Situation, improvisierte Musik mit Tanz zu kombinieren war schon immer ein Traum von mir. Es ist wundervoll den Tänzern zuzuschauen wie sie sich zur Musik bewegen.

fs: Wie lange arbeitest du / ihr schon an dem Projekt. Gab es eine längere Probenphase?

Wir haben letzten Di angefangen zu proben und werden dies bis diesen Di noch tun. Ab Mittwoch gehts dann los.

fs: Du bist bei diesem Projekt ja eher als der „Elektronische Siffling“ engagiert. Was ist der besondere Reiz bzw. was sind die besonderen Möglichkeiten die gerade elektronische Musik im Kontext mit Tanztheater bietet? Inwieweit spielt Improvisation eine Rolle?

ts: Da der Raum ja eher eine Klangfläche ist, ist es spannend Sounds zu erzeugen. Nicht unbedingt Beats sondern Sounds, Geräusche etc. Improvisation ist ganz Wichtig, da unser Konzert der Band „frei improvisierte elektronische Musik“ ist.

Es werden nur Stimmungen und Längen vorgegeben, der Rest ist frei improvisiert, ohne Vorgaben. Also nichtmal eine Tonalität. Ohren auf und los gehts 🙂

fs: Baden gehen könnt ihr mit dem Projekt im Alten Hallenbad schon mal nicht – dazu ist es schon zu lange trockengelegt. Hast du die Diskussion um Bad-oder-Nicht-Bad und die Debatte um den Verkauf des Kultur-Kleinods an einen Investorverfolgt?

ts: Ich habe die Debatte nur am Rande verfolgt. Allerdings finde ich es sehr schade, dass so eine tolle Institution wie das Unterwegstheater immer noch um eine Spielstätte kämpfen muss. Es ist schade, dass die Stadt nicht erkennt, was für ein Pfund man hier hat. Es gibt nicht viel Städte in Deutschland die solch kreativ und engagierte Köpfe hat.

Sie sind kreativ und machen auch was! Wenn man sich das Alte Hallenbad jetzt mal anschaut, dann kann man nur staunen. Ich war zum ersten mal letztes Jahr drinnen und was jetzt daraus gemacht wurde. KOMPLIMENT!

Also hingehen und staunen!

fs: Vielen Dank für das Gespräch.

Die Veranstaltung findet von 6.-10.6.2007 im Alten Hallenbad, Bergheimer Straße 45 in Heidelberg statt. Weitere Informationen auf der Website des Unterwegstheaters.

Das Alte Heidelberg als Stätte für Kunst- und Kultur zu erhalten, dafür engagiert sich die Initiative Aha!

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