Neuer Deutscher Jazzpreis 2007

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IG-Jazz Mannheim
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Lange dauert es nicht mehr bis zur Verleihung des Neuen Deutschen Jazzpreises 2007. Ein junger Preis, schließlich wird er in diesem Jahr erst zum zweiten mal vergeben. Man fragt sich, wie lange man unter dem Titelbegriff „neu“ segeln kann. Irgendwann wird er zum „Deutschen Jazzpreis“ und später schließlich zum „Alten Deutschen Jazzpreis“ mutieren. Bis dahin dürfte allerdings noch viel Wasser den Rhein herunter fließen bzw. eine Menge Luft durch Instrumentenwindungen geblasen werden…

Das besondere Konzept des Neuen Deutschen Jazzpreises hat sich im vergangenen Jahr 2006 bereits bewährt: Letzten Endes wird die mit satten 10.000 Euro für die Gewinner aufgehübschte Urkunde vom Volk – sprich: dem anwesenden Publikum – per Abstimmung vergeben. Bewährt vor allem schon einmal durch die Zahl der herbeigepilgerten Zuhörerer und Abstimmer aber auch wegen der nicht unweisen Wahl, die damals auf „Der Rote Bereich“ fiel und auf den Schlagzeuger Michael Griener (Gruppe themroc 3), als besten Solisten.

105 Gruppen hatten sich in diesem Jahr für den Jazzpreis beworben und ich hatte das Vergnügen in der, dem Kurator zuspielenden, Vorjury tätig sein zu dürfen. Ein Marathon-Hearing mit Vertretern der IG-Jazz und KollegInnen aus der Jazzschreiber-Zunft war angesagt. Wenig Uninteressantes, hingegen sehr viele noch relativ unbekannte aber spannende Formationen waren in der Auswahl: Vom „Singer-Songwriter-Duo“ bis hin zur 23-köpfigen Großkapelle (einer meiner persönlichen Favoriten) tummelte sich ein breites Spektrum an Preis-Aspiranten. Alles ging äußerst fair und demokratisch von statten, kleine handschriftliche Hinweise a la „Wir haben noch nie einen Preis gewonnen….“ wurden zwar zur Kenntnis genommen aber fanden als Kriterium keinen Niederschlag.

Letztlich war die Kür der 13 Vorschläge nicht zu schwierig, weil größere Originalität, manchmal auch einfach mehr Routine und Professionalität in der Produktion, eben doch die hör- und bewertbaren qualitativen Unterschiede ausmachen. Interessant war bei der abschließenden Auswertungsrunde, daß es eine Reihe von Fällen gab, bei denen die „Journalisten“ gegenüber den „praktizierenden Musikern“ zu exakt gegensätzlichen Urteilen kamen. Die für den Kurator Wolfgang Muthspiel letztlich vorsortierten 13 Kandidaten waren damit diejenigen, die beide Gruppen mehrheitlich überzeugen konnten. Daß dabei einige Formationen nicht durchgekommen sind, die ich selbst gern weiter vorn gesehen hätte, ist schade. Aber c’est la Demokratie 😉

Hier die 13 Vorschläge, aus denen Wolfgang Muthspiel nun die Wahl hat. Nur drei von ihnen darf er als Finalisten auf die Bühne der Feuerwache Mannheim schicken.


Geoff Goodman Quintet
Frank Wingold Clairvoyance
Trio Connex
Mafred Junker Quartett
Ensemble HKS
Klima Kalima
Thomas Rückert Trio
Jochannes Enders Quartett
Jonas Schoen Quartett
Till Martin Quartet
Merkur
Andreas Schmidt Trio
Das Hammerklavier Trio

Der Neue Deutsche Jazzpreis 2007 wird am 20.04.2007 in der Feuerwache Mannheim vom Publikum vergeben, am 21.04.2007 findet das Preisträgerkonzert der Gewinner und das Konzert des Kurators am gleichen Orte statt.

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