Neuer Deutscher Jazzpreis – Vorjury

Den Neuen Deutschen Jazzpreis 2008 wollten rund 175 Formationen gewinnen. Soviele Bands hatten sich in diesem Jahr noch rechtzeitig mit ihren CDs bis zur Deadline am 7.12. beworben.

Übrig geblieben sind gerade einmal 12 als Auswahl für den Kurartor. Und die darf ich (noch) nicht verraten.

Ein bisschen etwas zum Auswahlprozess und zum Ablauf des Neuen Deutschen Jazzpreis aber schon…

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Jurorenrunde mit Wasserflaschen und Apple Notebooks (Musiker…)
von links nach rechts: Matthias Debus, Alexandra Lehmler, Uli Holz, Egbert Rühl, Arndt Weidler,
(hinter der Kamera Frank Schindelbeck)

Wie in den Vorjahren wird der Kurator – diesmal ist es der Saxophonist Charlie Mariano – aus einer Vorauswahl von 12 Kandidaten jene glücklichen Bands küren, die sich am 15. und 16. Februar 2008 in Mannheim dem Votum des Publikums stellen dürfen. Letzten Endes bleibt es also den Zuhörern überlassen, wem sie am Konzertabend per Abstimmung die Jazzpreis-Krone aufsetzen.


Matthias Debus erläutert das Procedere…

Vor der überschaubaren Auswahl für den Kurator findet also notgedrungen ein recht aufwendiger Ausleseprozess statt, der gestern in einem kritischen Hörprozess der Vorjury gipfelte. Am Tisch waren Alexandra Lehmler, Matthias Debus und Uli Holz von der IG-Jazz (allesamt auch aktive Musiker) sowie Egbert Rühl, der Leiter der Alten Feuerwache, Arndt Weidler vom Jazzinstitut in Darmstadt sowie meine Wenigkeit (Jazzpages) plus ein paar Flaschen Wasser und diverse Laptops.

Die CDs waren anonymisiert und wurden – also nicht voreingenommen durch große Namen auf dem Cover – kritisch bewertet. Klar, daß der eine oder andere die eine oder andere Band oder einen einzelnen Musiker dann doch erkannte aber das lässt sich natürlich kaum vermeiden wenn halbwegs jazzkompatible Juroren richten müssen…


Egbert Rühl benotend, Arndt Weidler grübelnd


Alexandra Lehmler aufmerksam

Es ging zu wie einstmals in der Schule: Es mussten Noten von eins bis sechs vergeben werden, am Ende wurden anhand des Schnitts die Besten ermittelt. Es gab relativ wenige Ausreißer nach oben und nach unten.

Fünfer, geschweige denn Sechser wurden eben so selten verteilt wie Einser. Am Ende gab es doch relativ viel Mittelmaß auf hohem Niveau bei dem man – gerade in so einer "geballten Situation" – gelegentlich schon den Eindruck hatte, daß es gar nicht so leicht ist, wirklich einmal etwas tatsächlich Originelles zu schaffen.

Die Piano-Trios sind nach wie vor meist durch allzuviel EST gewürzt und auch die urbanen Gitarrensounds klingen nicht mehr ganz so erfrischend wie vor einigen Jahren.


Entspannte Apfel-Ess-Situation mit Hund

Nach der Stimmenauszählung wurde das Anonymitäts-Deckmäntelchen gelüftet und es waren in der Endauswahl einige Formationen gelandet, die man dort von der Papierform her erwartet hätte aber eben auch durchaus Musikanten, von denen man (ich) bislang noch nie gehört hatte.

Eine interessante Mischung als Spielmaterial für Charlie Mariano – ich bin höchst gespannt, wen er sich nun aus dieser 12-er Gruppe auswählt.

Sollte mein persönlicher Favorit dabei sein, dann glaube ich, den Jazzpreisträger 2008 schon relativ gut voraussagen zu können. Unter der Voraussetzung natürlich, daß das Mannheimer Publikum meinen Geschmack teilt 😉

Mehr Informationen zur Auswahl von Charlie Mariano und weitere Informationen zum Programm des Neuen Deutschen Jazzpreis demnächst in diesem Jazz-Blog.

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