Werner Wunderlich ist tot

Langjähriger Leiter der SWR-Jazzredaktion starb im Alter von 86 Jahren

Baden-Baden. Werner Wunderlich, der langjährige Leiter der Jazzredaktion des Südwestrundfunks (SWR) und bedeutende Förderer des Jazz in Deutschland ist tot. Der 1926 im westfälischen Minden geborene Wunderlich ist am gestrigen Dienstag, 2. April 2013, in Baden-Baden im Alter von 86 Jahren gestorben. SWR2-Programmchef Johannes Weiß: „Werner Wunderlich war einer der ganz Großen im deutschen Jazzjournalismus, dessen markante Stimme wir sehr vermissen werden. Die berühmte Tradition des Jazz im SWR ist ohne die Namen Joachim-Ernst Berendt und seinen unmittelbaren Nachfolger Werner Wunderlich nicht denkbar.“

Jazz war seine Leidenschaft, die Vermittlung von Jazz an ein interessiertes Publikum seine Berufung: Noch vor wenigen Monaten war Werner Wunderlich auf SWR2 zu hören. Seit 1978 arbeitete er beim damaligen SWF als Redakteur und folgte im Jahr 1987 auf Joachim-Ernst Berendt als Leiter der SWF-Jazzredaktion. Im Jahr 1991 trat er seinen Ruhestand an, blieb seinen Hörern am SWR2-Mikrofon aber weiter treu.

Als bedeutsam erwiesen sich seine Kontakte nach Polen, die auf seine Zeit als Kriegsgefangener zurückgehen. In den Nachkriegsjahren wurde Wunderlich zu einer Art Kulturbotschafter: So war er 1957 Initiator einer Tournee westdeutscher Jazzmusiker in Polen, einer der ersten kulturellen Kontakte zwischen Polen und Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg. Zudem hat er polnische Jazzmusiker dem deutschen Publikum näher gebracht. Für seine Verdienste erhielt er dafür 2007 den Ehrenorden des polnischen Kulturministeriums.

Wunderlich war 1959 Initiator und 40 Jahre lang auch Leiter der Frankfurter Open-Air-Reihe „Jazz im Palmengarten“. Außerdem war Wunderlich viele Jahre Geschäftsführer der Deutschen Jazzföderation. Seit 1963 arbeitete er für den Rundfunk, zunächst für den HR. 1970 wurde er Pressechef der Plattenfirma CBS Deutschland. Für sein Wirken bekam er unter anderem 1997 den Hessischen Jazzpreis, die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt (2004) und die Goethe-Plakette des Landes Hessen (2007).

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